Panasonic Connect hat sein Broadcast- und PTZ-Line-up in den vergangenen Monaten auf mehreren Branchenplattformen gezeigt – unter anderem auf der HAMBURG OPEN, ISE 2026 und zuletzt mit einem breiten Fokus auf IP-Workflows, Automatisierung und Multi-Format-Produktion. Für viele Produktionsumgebungen ist weniger die einzelne Kamera das Nadelöhr, sondern die Frage, wie sich mehrere Quellen im Alltag verlässlich steuern, anpassen und reproduzierbar abrufen lassen.
Genau hier setzt der neue Remote-Kamera-Controller Panasonic AW-RP200GJ an. In Kombination mit dem aktuellen PTZ-Portfolio – von Panasonic AW-UE150A bis Panasonic AW-UE160 – und einem wachsenden IP-Ökosystem entsteht ein Setup, das sich sowohl für klassische Live-Regien als auch für hybride und verteilte Produktionen eignet. Als avt plus media service schauen wir dabei besonders auf den Praxisnutzen: Welche Funktionen reduzieren Komplexität, wo sparen Teams Zeit und Personal – und wie lassen sich Systeme so bauen, dass sie im Live-Betrieb nicht „erklärt“, sondern bedient werden.
Der Panasonic AW-RP200GJ als neues Zentrum für PTZ-Workflows
Der Panasonic AW-RP200GJ baut auf dem Bedienkonzept der Panasonic AW-RP150-Serie auf, geht aber in drei Punkten deutlich weiter: Makro-Funktion, Dual-Joystick-Design und 20 frei belegbare LCD-Tasten. Für Regien mit mehreren PTZ-Kameras oder gemischten Kamera-Setups ist das keine kosmetische Weiterentwicklung, sondern eine funktionale Erweiterung – vor allem, wenn Abläufe wiederholbar und zuverlässig abrufbar sein müssen.
Makros statt Routinegriffe: Warum die Makro-Funktion im Live-Betrieb zählt
Panasonic positioniert den Panasonic AW-RP200GJ als ersten Remote-Kamera-Controller mit integrierter Makro-Funktion. In der Praxis bedeutet das: Operatoren können komplexe Sequenzen auslösen – etwa Presets, Bewegungsabläufe oder koordinierte Kamerawechsel – ohne mehrere Schritte manuell durchzuführen.
Typische Beispiele aus Produktionen, in denen Makros helfen können:
- Panel-/Konferenzformate: definierte Kamerafahrten (Totale → Sprecher → Two-Shot) inklusive konsistenter Framing-Logik
- Sport und Bühne: wiederkehrende Spiel-/Bühnenmuster, bei denen schnelle Preset- und Bewegungsabrufe entscheidend sind
- Corporate & hybride Events: standardisierte Abläufe, die auch mit kleiner Crew stabil funktionieren
Wichtig in der Praxis: Während ein Makro läuft, kann parallel weiter gearbeitet werden – etwa an einer anderen Kamera. So lassen sich Abläufe entzerren, ohne die Kontrolle abzugeben.
Dual-Joystick: Steuerung für dynamische Situationen
Das Dual-Joystick-Design ist für viele Operatoren ein sehr direkt spürbarer Vorteil: Der Haupt-Joystick übernimmt Pan, Tilt, Zoom oder Fokus, während der zweite Joystick zusätzliche Funktionen parallel ermöglicht. Das ist besonders dann relevant, wenn Bildausschnitt und Bewegung nicht nacheinander, sondern gleichzeitig korrigiert werden müssen – z. B. bei schnellen Wechseln, spontanen Publikumsreaktionen oder bewegungsintensiven Szenen.
In Regien, in denen PTZ-Kameras nicht „statisch“ eingesetzt werden, sondern aktiv Bildgestaltung übernehmen sollen, ist das ein Baustein, der Bedienzeit reduziert und Reaktionsfähigkeit erhöht.
20 LCD-Tasten: klare Zuordnung, weniger Suchzeit
Die 20 anpassbaren Tasten mit integrierten LCDs sind im Live-Betrieb vor allem ein Organisationsgewinn. Kameraauswahl, Presets, Makros und häufige Befehle können sichtbar beschriftet und pro Workflow unterschiedlich belegt werden. Das unterstützt Teams, die:
- zwischen verschiedenen Show-Formaten wechseln
- mehrere Operatoren rotieren lassen
- Setup-Zeiten in Venues oder temporären Regien reduzieren müssen
Gerade bei Produktionen mit vielen Presets ist das ein Punkt, der „klein“ wirkt, aber im Alltag spürbar ist.
Setup und Monitoring: Web-UI, Display und flexible Ausgabe
Der Panasonic AW-RP200GJ ist für größere Systeme gedacht: IP-Adressen und Kamera-IDs lassen sich per Web-Interface auch im Batch-Verfahren konfigurieren. Beim Monitoring können Video-Feeds per LAN auf dem integrierten 7-Zoll-LCD oder über SDI OUT angezeigt werden. Dazu kommen Touch-Fokus und Bildausschnitt-Kontrolle direkt am Controller.
Für hybride Produktionsumgebungen ist außerdem relevant: Der Controller unterstützt 3G-SDI, NDI® High Bandwidth und SRT – also Schnittstellen, die sowohl klassische als auch IP-basierte Signale abbilden können.
PTZ-Kameras im Überblick: vom Setup am Stand bis zur realen Produktion
Panasonic Connect deckt im PTZ-Bereich ein breites Spektrum ab. In der Praxis sehen wir besonders häufig Setups rund um Panasonic AW-UE150A und Panasonic AW-UE160 – je nachdem, ob der Schwerpunkt eher auf Studio-/Corporate-Produktionen oder auf dynamischen, bildkritischen Live-Szenarien liegt.
Panasonic AW-UE150A: IP-orientierte 4K-PTZ für Live und Remote
Die Panasonic AW-UE150A ist als 4K-PTZ für Broadcast- und Live-Produktionen ausgelegt und unterstützt NDI® High Bandwidth, SRT und NDI® HX2. Hinzu kommen Ausgaben wie 12G-SDI, 2x 3G-SDI, HDMI und Glasfaser. Der 1,0-Typ 4K-MOS-Sensor, der 75,1° Weitwinkel und 20-fach optischer Zoom machen sie zu einer flexiblen Kamera für Bühnen, Studios und Venues.
Panasonic AW-UE160: wenn PTZ an der Grenze zum „Kamera-Zug“ arbeitet
Die Panasonic AW-UE160 ist in vielen Setups dort interessant, wo PTZ nicht nur Ergänzung, sondern zentraler Bildlieferant ist – etwa für hochwertige Live-Produktionen, in denen Licht, Kontrast und Motivbewegung anspruchsvoll sind.
Panasonic AW-UR100: PTZ für robuste Umgebungen
Die Panasonic AW-UR100 ist für Anwendungen interessant, bei denen Wetter, Umgebung und Installationsort einen erheblichen Einfluss auf die Technik haben – z. B. in Stadien, Außenbereichen oder dauerhaften Installationen.
Boxkameras als Alternative zur klassischen PTZ: Panasonic AW-UB10 und Panasonic AW-UB50
Für Produktionen, die mehr Flexibilität bei Objektiven und Formaten wünschen, sind Boxkameras wie Panasonic AW-UB10 und Panasonic AW-UB50 eine interessante Option. In Kombination mit PTZ-Robotik – etwa einem Pan-Tilt-System – kann daraus ein Setup entstehen, das eine klassische PTZ-Kamera funktional ersetzt, aber bei Optik und Mounts offener bleibt.
Auswahlhilfe statt Modellrätsel: PTZ Camera Systems Select Tool
Bei 11 PTZ-Modellen kann die Auswahl schnell unübersichtlich werden. Panasonic bietet dafür ein Tool zur Systemauswahl.
Automatisierung in der Praxis: Auto-Framing als Ergänzung für kleine Teams
Neben klassischem Auto-Tracking gewinnt Auto-Framing in vielen Produktionen an Bedeutung – insbesondere dort, wo Setups mit mehreren Kameras laufen, aber nicht jede Kamera dauerhaft manuell gefahren werden kann. Panasonic kombiniert dafür Technologien wie Motiverkennung und Framing-Presets. Der Nutzen ist vor allem pragmatisch: gleichmäßige Bildausschnitte, weniger Routineeingriffe, stabilere Abläufe in Panel-, Corporate- oder Education-Formaten.
Gerade im Zusammenspiel mit einem Controller wie dem Panasonic AW-RP200GJ kann das helfen, manuelle und automatische Prozesse sinnvoll zu mischen: bestimmte Kameras laufen automatisch, andere werden aktiv gefahren – ohne dass die Regie „zwischen zwei Welten“ springen muss.
KAIROS v2: Multi-Format-Produktion als verbindendes Element
Auch wenn der Schwerpunkt dieses Artikels auf PTZ und Steuerung liegt, ist KAIROS v2 ein wichtiger Teil des Panasonic-Ökosystems – vor allem dann, wenn Produktionen mehrere Formate gleichzeitig bedienen müssen: klassische 16:9-Ausspielung, LED-Walls, vertikale Formate oder unterschiedliche Auflösungen innerhalb einer synchronen Regie.
Panasonic beschreibt KAIROS v2 als Weiterentwicklung hin zu einer „Universal Live Video Platform“, die sowohl Production- als auch Presentation-Switching adressiert. Für viele Projekte ist dabei weniger die Theorie entscheidend als der praktische Effekt: ein Setup, das unterschiedliche Anforderungen zusammenführt, ohne zusätzliche „Zwischenschichten“ aus Konvertern und Parallel-Regien aufzubauen.
HAMBURG OPEN 26, ISE 2026 & Partner-Setups: Panasonic im direkten Austausch
Ein Punkt, der auf Messen häufig unterschätzt wird: Die wertvollsten Informationen entstehen nicht auf Datenblättern, sondern im Gespräch über reale Abläufe – insbesondere bei Multi-Kamera-Workflows, IP-basierter Produktion und Bedienlogik im Live-Betrieb. Panasonic hat die Hamburg Open entsprechend als Austauschplattform genutzt.
„Panasonic war auf der Hamburg Open 2026 mit einem eigenen Stand vertreten und nutzte die Messe für den direkten Austausch mit Kunden, Partnern und Branchenkollegen. Die Hamburg Open bot dafür den passenden Rahmen, mit vielen offenen Gesprächen und konkretem Feedback aus der Praxis, etwa zu modernen Multikamera-Workflows, IP-basierter Produktion und einer einfachen, schnellen Bedienung im Live-Betrieb.
— Nela Pertl, European Sales Manager
Ergänzende Bausteine im Broadcast-Ökosystem: Panasonic AK-UBX100 und Panasonic AK-UCX100
Auch wenn PTZ im Mittelpunkt steht, lohnt ein kurzer Blick auf die Kameras, die Panasonic als Bindeglied zwischen Studio, Box-Formfaktoren und IP positioniert:
Panasonic AK-UBX100: kompakte 4K-Mehrzweckkamera für Robotik und flexible Setups
Die Panasonic AK-UBX100 ist als 4K-Boxkamera auf schnelle, anspruchsvolle Produktionsumgebungen ausgelegt. Sie basiert auf derselben Plattform wie die Panasonic AK-UCX100, unterstützt Protokolle wie SMPTE ST 2110, NDI® High Bandwidth, NDI® HX2 und SRT, und bringt zwei 12G-SDI– sowie SFP+/28-Ports mit. Mit rund 1,9 kg passt sie gut in Robotik- und Rig-Setups. Ein optionaler optischer HD-Tiefpassfilter kann Moiré reduzieren; Remote-Backfocus und Korrekturfunktionen unterstützen die Einmessung im Betrieb.
Panasonic AK-UCX100: Studiokamera mit IP-Fokus
Die Panasonic AK-UCX100 ist als 4K-Studiokamera für Live-Produktion gedacht – inklusive IP-Standards, 12G-SDI und der Option, als Kamerakopf auch ohne CCU zu arbeiten. Sie ist interessant, wenn Studio-Workflows und PTZ-Setups farblich und operativ zusammengeführt werden sollen.
Was das für Projekte mit avt plus media service bedeutet
Für Kunden zählt am Ende nicht, ob ein Feature „neu“ ist – sondern ob es Produktionszeit spart, Risiken reduziert und die Bildqualität reproduzierbar macht. Genau hier setzen wir als avt plus media service an:
- Systemberatung & Planung: PTZ-Design, Steuerkonzept, Signalwege, IP/SDI-Hybrid, Skalierbarkeit
- Integration & Inbetriebnahme: Konfiguration, Preset-Design, Makro-Logik, Netzwerk-/Streaming-Setup
- Technische Betreuung & Betrieb: Operatoren, Regie/Streaming, Monitoring, Troubleshooting im Live-Betrieb
- Rental & Tests in realen Umgebungen: Technik nicht nur „auf dem Papier“, sondern im echten Ablauf bewerten
Fazit: AW-RP200GJ als praktischer Hebel für konsistente PTZ-Produktionen
Das Panasonic-Line-up zeigt aktuell eine klare Richtung: mehr Steuerbarkeit, mehr IP-Optionen und mehr Automatisierung dort, wo sie im Live-Betrieb tatsächlich entlastet. Der Panasonic AW-RP200GJ ist dabei ein zentraler Baustein, weil er nicht nur PTZ-Kameras adressiert, sondern Workflows strukturiert: Makros, klare Tastenbelegung, parallele Bedienung über Dual-Joystick und integriertes Monitoring.
In Kombination mit PTZ-Kameras wie der Panasonic AW-UE150A oder Panasonic AW-UE160 und – je nach Anforderung – einer KAIROS-basierten Regiearchitektur lassen sich Systeme bauen, die für Events, Corporate, Studios und hybride Produktionen gleichermaßen praktikabel sind.
Wenn du das Line-up auf eure Anforderungen abklopfen möchtest (PTZ-Setup, Steuerung, Automatisierung, IP/SDI oder Multi-Format), unterstützen wir gern bei Konzept, Demo oder Umsetzung.

