Mit der Pixboom Spark kommt eine Highspeed-Cinema-Kamera auf den Markt, die Zeitlupe in einer Klasse liefert, die bislang Highspeed-Kameras für 50.000 Euro und mehr vorbehalten war. Sie nimmt 4K mit bis zu 1000 Bildern pro Sekunde auf, 2K mit über 1700 – im hauseigenen Pixboom RAW, ohne die sekundenkurze Aufnahmegrenze klassischer Highspeed-Kameras. Das Komplett-Set kostet 12.999 Euro netto.
Global Shutter statt Wackel-Effekt
Herzstück ist ein Super-35-Sensor mit 14,2 Megapixeln und Global Shutter. Der Global Shutter belichtet alle Pixel gleichzeitig – schnelle Schwenks und rotierende Objekte werden ohne den „Jello-Effekt“ abgebildet, den Rolling-Shutter-Sensoren erzeugen. Die BSI-Bauweise sammelt mehr Licht, dazu kommt ein Dual-Native-ISO mit 13 Blendenstufen Dynamikumfang. Das native 3:2-Open-Gate-Format (4608 × 3072) lässt Spielraum fürs spätere Beschneiden.
1000 fps – und die Aufnahme reißt nicht ab
Klassische Highspeed-Kameras schreiben in einen RAM-Puffer und sind nach wenigen Sekunden voll. Die Spark schreibt stattdessen direkt auf die wechselbare Pixboom Pro Card (2,5 TB) – mit einer internen Schreibbandbreite bis 10 GB/s. Die Aufnahmedauer hängt damit nur an der Kartengröße statt an einem Puffer. Die Bildraten: 670 fps bei 4.6K Open Gate, 887 fps bei 4K (16:9), 1171 fps bei 4K (2.37:1), 1724 fps bei 2K – ein frei definierbares Ausschnittsfenster (ROI) bis zu 15.000 fps ist per Firmware angekündigt. Ein 2-Sekunden-Pre-Record schneidet das Bild schon vor dem Auslösen mit.
Kernmerkmale
- Aufzeichnung: Pixboom RAW, visuell verlustfrei; Bearbeitung über Pixboom Cine (Windows/macOS)
- Objektiv: wechselbare Mount-Adapter für E-, EF- und PL-Objektive mit elektronischen Kontakten
- Anschlüsse: 12G-SDI und HDMI 2.0 bis 4K 60p, USB-C; 9-Pin EXT (Timecode, Genlock, GPIO) über das angekündigte I/O-Expansion-Port-Zubehör
- Strom: integrierter V-Mount-Akkuanschluss, DC-IN 15–24 V
- Bedienung: 3,5-Zoll-Touchscreen, zusätzlich Dualband-WLAN und App (per Firmware)
- Body: Aluminium-Unibody, 1,1 kg, aktive Kühlung
Für wen ist die Spark interessant?
Für Werbe-, Musikvideo- und Naturfilm-Produktionen, die extreme Zeitlupe brauchen, ohne eine Phantom zu mieten. Durch 12G-SDI, HDMI 2.0 und den V-Mount fügt sie sich in bestehende Broadcast- und Cine-Setups ein; das eingebaute Display macht sie auch solo einsatzbereit. Zwei Branchenmedien zeichneten die Spark bereits aus: Best of Show auf der NAB 2025 (Newsshooter) und IBC 2025 (CineD).
Einordnung: Pixboom Spark und Freefly Ember
Die Spark trifft auf einen Wettbewerber, über den wir bereits berichtet haben – die Freefly Ember. Beide setzen auf Global Shutter und kontinuierliche Aufzeichnung ohne RAM-Grenze, gewichten aber unterschiedlich:
- Die Ember löst mit 21 MP (5K) höher auf, ist mit rund 918 g leichter und bietet ein Pre-Record bis zu zwei Stunden – aber sie zeichnet nur in ProRes 422 LT auf, nicht in RAW, kommt auf 11 Blendenstufen (Herstellerangabe) und hat kein eingebautes Display.
- Die Spark punktet mit RAW-Aufzeichnung, 13 Blendenstufen (Herstellerangabe), eingebautem Touchscreen, 12G-SDI plus 4K-HDMI und einem deutlich niedrigeren Preis – bei etwas geringerer Auflösung (14,2 MP) und kürzerem Pre-Record.
Wer maximale Auflösung, minimales Gewicht und lange Pre-Record-Fenster braucht, schaut zur Ember; wer RAW, Dynamikumfang, fertige Anschlüsse und Preis priorisiert, findet in der Spark das dichtere Paket. Eine High-End-Alternative aus dem klassischen Cinema-Lager ist die Canon EOS C400 – allerdings ohne diesen Highspeed-Fokus.

