Panasonic hat seine Kompaktklasse um die AW-UE5 erweitert: eine integrierte 4K-Kamera mit 121,8° horizontalem Bildwinkel, die den Bildausschnitt per KI selbst wählt. Strom, Bild und Steuerung laufen über ein einziges Kabel – Netzwerk mit PoE+ oder USB-C direkt vom Rechner. Damit zielt die Panasonic AW-UE5 auf Besprechungsräume, Hörsäle und Streams, die ohne Kameraoperator auskommen sollen. Laut Panasonic ist sie seit Juli 2026 verfügbar, in Weiß (AW-UE5W) und Schwarz (AW-UE5K).
Das Wichtigste in Kürze
- 121,8° Bildwinkel horizontal (diagonal 129,5°) – knapp elf Grad mehr als beim Vorgänger AW-UE4 mit 111°
- KI-Framing in der Kamera: Group Framing hält alle Personen im Bild, Preset Framing springt auf Pult oder Bühne, sobald dort jemand steht
- Ein Kabel für alles: Strom per PoE+ (IEEE 802.3at) oder per USB-C vom Rechner, ohne Netzteil
- 4K bis 60p im Modus 4K High Frame Rate, dazu digitales Schwenken, Neigen und Zoomen bis 5×
- NDI HX2 und NDI HX3, RTMP/RTMPS für Dienste wie YouTube Live oder Facebook Live und Webcam-Betrieb über USB (UVC)
- Klein und leicht: rund 0,5 kg bei 123 × 131 × 139 mm, für Tisch- oder Deckenmontage
Panasonic AW-UE5 im Detail: die KI wählt den Ausschnitt
Die AW-UE5 erfasst den Raum mit einem festen Ultraweitwinkel – Festbrennweite F2,45, kleinbildäquivalent 11,1 mm – auf einem 1/2,8-Zoll-MOS-Sensor und schneidet daraus digital den Bildausschnitt. Genau dort setzt die KI an: Group Framing passt den Ausschnitt so an, dass alle Teilnehmenden einer Videokonferenz im Bild sind, und zieht nach, wenn jemand dazukommt oder den Raum verlässt. Preset Framing wechselt auf einen gespeicherten Ausschnitt, sobald jemand einen festgelegten Bereich betritt, etwa Rednerpult oder Bühne. So entsteht Kameraführung ganz ohne Personal an der Kamera. Bei den großen PTZ-Modellen kam Auto-Framing per Firmware und Software-Plug-in dazu – bei der AW-UE5 steckt es direkt in der Kamera.
Für die Planung wichtig: KI-Framing und digitales Schwenken und Zoomen laufen laut Panasonic im Modus ePTZ/AI. Dort gibt die Kamera 4K mit bis zu 30p und Full HD bis 60p aus. Die volle 4K-Ausgabe mit 60p gibt es im Modus 4K High Frame Rate – dann als feste Totale ohne KI-Framing.
Ein Kabel für Bild, Steuerung und Strom
Die Rückseite kommt mit drei Anschlüssen aus: LAN, HDMI und USB-C. Über das Netzwerkkabel bekommt die Kamera Strom per PoE+, schickt ihr Bild per NDI HX2/HX3, RTSP oder RTMP/RTMPS ins Netz und wird per IP gesteuert – bei bis zu 100 m Kabellänge. Alternativ hängt sie per USB-C direkt am Rechner: Dort arbeitet sie als Webcam nach USB Video Class für gängige Konferenz-Programme und bezieht ihren Strom gleich mit. Ein Netzteil braucht es in beiden Fällen nicht. Eine Einschränkung nennt Panasonic selbst: Wer zusätzlich den HDMI-Ausgang nutzt, sollte die Kamera über einen PoE-Hub oder ein 15-W-Netzteil versorgen.

Kernmerkmale
- Digitales PTZ statt Motor: Schwenken, Neigen und Zoomen bis 5× passieren im 4K-Bild; die Kamera selbst wird bei der Montage von Hand ausgerichtet (Schwenkbereich ±110°, Neigung ±25°)
- Streaming: H.264 und H.265 bis 3840 × 2160, NDI HX2/HX3, RTSP, RTMP/RTMPS und MJPEG
- Software: kompatibel mit der kostenlosen Media Production Suite, die Einrichtung, Steuerung und Überwachung mehrerer Panasonic-Kameras bündelt
- Steuerung: per IP und über die Fernbedienung AW-RM50AG; die Controller AW-RP200GJ, AW-RP150GJ und AW-RP60GJ sollen laut Panasonic mit einem späteren Update folgen
- Gleiche Maße wie die AW-UE4: 123 × 131 × 139 mm und rund 0,5 kg, Montagehalterung im Lieferumfang
Für wen sich die AW-UE5 eignet
- Unternehmen & Besprechungsräume: Konferenztische und Huddle-Räume, an denen alle im Bild sein sollen – Group Framing führt den Ausschnitt, USB-C verbindet direkt mit dem Konferenzrechner
- Hochschulen & Schulen: Hörsaal und Seminarraum mit Preset Framing aufs Pult, per NDI oder RTMP direkt in Aufzeichnung oder Stream
- Streams & Multi-Kamera-Setups: als feste Totale oder zusätzliche Weitwinkel-Perspektive neben großen PTZ-Kameras im selben NDI-Netz
Einordnung
Die AW-UE5 ist keine kleine Bühnenkamera, sondern eine Raumkamera: Sie hat keinen optischen Zoom und keinen Schwenkmotor, alles Schwenken und Zoomen passiert digital im Weitwinkelbild. Für Besprechungsräume, Hörsäle und kleine Streams ist genau das richtig – die Kamera sieht den ganzen Raum, die KI wählt den Ausschnitt, und die Installation schrumpft auf ein Kabel. Gegenüber dem Vorgänger AW-UE4 mit gleichen Maßen wächst der Bildwinkel von 111° auf 121,8° und der Digitalzoom von 4× auf 5×, dazu ist NDI HX2/HX3 an Bord. Wer dagegen auf einer Bühne Personen aus großer Entfernung formatfüllend zeigen will, braucht optischen Zoom und motorische Schwenks, etwa mit der AW-UE50 und ihrem 24-fach optischen Zoom – solche PTZ-Kameras gibt es bei uns auch zur Miete.
Titelbild: Montage aus zwei Produktfotos · Rückansicht: Produktfoto · Fotos: Panasonic Connect · Gestaltung: avt plus media service
Die Panasonic AW-UE5 gibt es im AVT-Shop in beiden Farbvarianten: AW-UE5W in Weiß und AW-UE5K in Schwarz.

